Der diesjährige Rundgang an der Kunstakademie Münster machte bewusst, dass sich Kunst nicht losgelöst von den Entwicklungen in Politik und Wirtschaft entwickelt. So haben sich einige Studenten einen durchaus kritischen Ansatz bewahrt, indem sie mal plakativ, mal versteckt Probleme der Gesellschaft aufdecken.

Kunststudent Fabian läuft gerne barfuß. Geschminkt als Obdachloser und ausgestattet mit einem zu einem Blasinstrument umfunktionierten Abflussrohr setzte er sich bei eisigen Außentemperaturen auf eine Parkbank vor dem Schloss. Eine besorgte Dame meinte, er hole sich ohne Schuhe doch den Tod und wollte ihm helfen. Sogar ein Taxi wolle sie ihm bestellen, wenn er ihr sage, wo er denn wohne. Wahrheitsgemäß sagte der Student, in einer Art Wohnheim (Studentenwohnheim). Ihre Fürsorge ging sogar soweit, dass sie die Polizei benachrichtigen wolle, die dem armen Obdachlosen eine Bleibe besorgen könne. Bei diesem Stichwort, so erzählt der Student seiner gebannt zuhörenden Gemeinde, habe er es dann doch vorgezogen, Reißaus zu nehmen.

Kurioses
Aus der Klasse Henk Visch

Die Studenten der Klasse wollten den Arbeits- und Veränderungsprozess eines Gesamt-Kunstwerks zeigen. Jedes Klassenmitglied durfte für einen Tag in den Raum und arbeiten. Jeder Nachfolgende konnte auf dem Vorhandenen aufbauen oder ihn komplett umgestalten. Was am Ende dabei herauskam, war ein vollständiges Aufgehen der Arbeiten der ersten Akteure in die Arbeiten der anderen. Zum Glück wurde jeder Schritt dokumentiert.

Gemälde
Raumkunst
Installationen
Film und Video