DIROSTAHL

Einblicke in ein Remscheider Stahl-, Walz- und Hammerwerk am 28.04.2018

Das inhabergeführte Unternehmen Karl Diederichs KG kann auf eine lange Tradition von über 400 Jahren zurückblicken, in denen die Familie zunächst die Wasserkraft des Bergischen Landes nutzte, um in den Hämmern an den Bachläufen Stabstahl für Radreifen, schwere Hufeisen und große Messer herzustellen. Heute werden geschmiedete Stäbe, Wellen, Scheiben, Blöcke, geschmiedete Rohre und Zylinder, nahtlos gewalzte Ringe und Freiformschmiedestücke produziert.  Mit ca. 490 Mitarbeitern unterstreicht das Unternehmen nicht nur hohe Qualität im internationalen Wettbewerb, sondern setzt auch in der Ausbildung und im sozialen und kulturellen Bereich Maßstäbe für eine sozialverantwortliche Unternehmenskultur.

Aus verschiedenen Arbeitswelten

 

Gesenkschmiede Hendrichs (LVR-Museum) 

In den Werkshallen der ehemaligen Scherenschlägerei und Gesenkschmiede F. & W. Hendrichs in Solingen wurden 100 Jahre (1886 – 1986) Scherenrohlinge produziert. Als das Unternehmen die Produktion einstellte, konnte der LVR Werksräume samt Maschineninventar sowie die herrschaftliche Firmenvilla übernehmen und der Öffentlichkeit die Welt der Scherenherstellung präsentieren. Der Besucher erlangt einen einzigartigen Einblick in eine industrielle Fertigung vergangener Tage und kann auch aktiv bei Schmiedeveranstaltungen die harte Arbeit kennenlernen.

 

 

Feilenfabrik Ernst Ehlis 

Zum Tag des Offenen Denkmals 2019 (am 08.09.) war die ehemalige Feilenfabrik Ernst Ehlis in Schlepenpohl im Eschbachtal (Remscheid) für die Besucher zugänglich. Der 2015 verstorbene Ernst Ehlis hatte hier bis zuletzt noch Kleinserien von Feilen produziert. Seit 184 Jahren (seit 1830) betrieb seine Familie in Schlepenpohl die Feilenproduktion, Ernst Ehlis als Letzter in Deutschland. Er hinterließ eine Werkstatt, die die technische Entwicklung vollständig nachzeichnete. Für das Anwesen fanden sich die Investoren Thomas Abbas, Volker Haag und Walter Pricken, die hier sinnvolle Manufakturen und Ateliers ansiedeln wollen. Zwei Feilenhaumaschinen gingen an das Deutsche Werkzeugmuseum in Remscheid. In Lindlar und Velbert waren für eine große Feilenausstellung Maschinen ausgeliehen. Wer das Glück hatte, die vollständig erhaltene Fabrikstruktur mit Wohnhaus, Lagerräumen, Büros und Werkshallen zu besichtigen, fand einen reichen Fundus für dokumentarische Filme und Fotografien vor. So wurden Szenen des Films „Jeder stirbt für sich allein“ von Vincent Perez aus dem Jahre 2016 hier gedreht oder „Duell der Brüder“ (Geschichte der Gebrüder Dassler) sowie Szenen für „Tatort“ und „Polizeifunk 110“ .

Ein Film unter https://www.youtube.com/watch?v=9oaYArkljKg zeigt die Fabrik und was daraus werden soll. Insofern boten die Exponate am Tag des Offenen Denkmals nur noch einen kleinen Einblick in das Ambiente der ehemaligen Feilenfabrik.